16.07.2010 – Grantown on Spay

Der Wellengang auf dem See hat zugenommen, im Aufwachen höre ich das stetige Rauschen. Ein erster Blick gen Himmel sieht nur helles Grau. Ein zweiter Blick über den See: das gleiche – mit Regen. Yeah wir sind in Schottland.

Das Frühstück im Hostel war gemütlich. Wir hatten vor der Abfahrt aus Fort William ein Glas Nutella gekauft, was nun unser einziger Aufstrich für die Brötchen war. Beim Auschecken kamen wir noch mit zwei Französinnen aus der Bretagne ins Gespräch, die im Hostel arbeiteten.Urquhart Castle Da es noch immer regnete machten wir uns mit einem wehmütigen Blick über das Loch Ness auf den Weg. Unser nächster Halt war Urqhart Castle. Leider hielt der Regen auch die aus den Reisebussen strömenden Touristen nicht ab die weltberühmte Ruine zu besuchen, was uns veranlasste bald weiter zu fahren. Entlang des Caledinien Canals über Inverness machten wir erst in Nairn wieder Station. Nairn ist ein kleines, wenig touristisches Fischerstädchen östlich von Inverness. Hier stießen wir auf die ersten der typischen Sandstrände. Natürlich blieb ein Versuch im Nordatlandik zu baden nicht aus. Wenn dieser auf Grund des wirklich kalten Wassers nur von kurzer Dauer war.
A939 vor Grantown on SpayAlso weiter in Richtung Nachtlager im Bunkhouse on Greytown on Spey. Eher zufällig führte die Strecke ab hier auf kleinen Landstraßen. Hier ist die Reisegeschindigkeit zwar deutlich geringer, dafür fliegt die Landschaft auch nicht nur enifach an einem vorbei. Muray nennt sich die Gegend, in der Greytown liegt. Hier herrscht eine wunderschöne weite Heidelandschaft vor. Häufig stoppten wir, um den Anblick zu geniessen. An den Straßen fielen uns Schranken mit Schneewarnungen auf. Später erklärte uns Kim, eine eigentlich typisch schottisch aussehende Dresdnerin, die im Bunkhouse ihr Praktikum für das Toursimus-Studium absoloviert, das es unglaubliche Schneemengen gibt (an den Straßenrändern stehen auch Stangen zur Straßenmarkierung von gut 2m Länge).
Greytown on Spey ist aus grauem Stein gebaut und ein kleines beschauliches Städchen. Auf Kim’s Empfehlung hin besuchten wir die …Mill, um endlich Haggis zu essen. Die Mill war jedoch ein paar Klassen besser als wir uns vorstellten. Der Haggis war mit Kartoffelbrei und dem Rübenbrei in ein Förmchen gefüllt, richtig edel. Dafür waren das ‘local Ale’ und der ‘local Whiskey’ richtig lecker würzig.

15.07.2010 – Auf den Spuren von Harry Potter

Glenfinnan ViaduktHeute steht die Fahrt mit dem ‘Jacobite Steam Train’ an. Los geht es am Bahnhof von Fort William. Der Zug hält auf der Hinfahrt lediglich in Glennfinnan, kurz nach dem er den aus den Harry Potter Filmen nunmehr weltbekannten Glennfinnan-Viadukt passiert hat. Die Glennfinnan-Station ist zu einem kleinen Museum umfunktioniert, in dem man auch erfährt, das der Viadukt aus der Anfangszeit des Betons aus eben jenem gebaut wurde (in Ablösung zu Stahlkonstruktionen).

MallaigDie kurvenreiche Strecke, die ein moderner Schnellzug nicht befahren könnte, führt durch eine malerische Schottische Landschaft in das Fischerstädtchen Mallaig. Wir Fahrgäste nahmen es mit Humor auf, das in den Tunnelfahrten immer wieder der Qualm der Lokomotive durch die Fenster der Wagen quoll. Es gibt eine wage Ahnung davon, wie das Leben diesbezüglich im letzten Jahrhundert ausgesehen haben mag.
Nach der Rückkehr geht es dann sofort weiter zum ‘Loch Ness Youth Hostel’. Die Strasse führt entlang des Caledonian Canal, des Loch Lochy und ein gutes Stück vom Loch Ness. Das Hostel liegt (von Süden kommend) hinter Fort Augustus, außerhalb jeder Ortschaft direkt am Loch Ness. Wir haben zum ersten Mal auf der Reise ein Zimmer nur für uns, was trotz der netten Kontake auch mal ganz schön ist. Unser Zimmer liegt nur vier Meter vom Kiesstrand und natürlich haben wir gleich versucht baden zu gehen. Das Wasser dieses umwerfend schönen Sees ist jedoch genauso umwerfend kalt (und das obwohl wir beide sonst nicht sehr zimperlich sind).

14.07.2010 – Ben Nevis

Ben Nevis

Nach einem Scottisch Breakfast in einem Cafe am Bahnhof (im ‘Bank Street Lodge’ kann man nur selbst kochen) geht es zum Ben Nevis Visitor-Center. Dort beginnt auch der Ben Nevis Path, ein in weiten Etappen sehr gut ausgebauter Bergwanderweg bis hinauf auf den Gipfel. Aber dennoch ist es Bergwandern. Wer den Gipfel wirklich erreichen will, muss auch im Sommer warme Kleidung, Bergwanderschuhe, Handschuhe (der Gipfel liegt fast immer wolkenverhangen) und ernergiereiche Nahrung dabei haben. Wasser kann man sich an den unzähligen Quellen immer wieder auffüllen und schmeckt herrlich. Mangels Vorbereitung war also nach drei Stunden Aufstieg ca. 30 Minuten vor dem Gipfel der ‘Point of Return’ erreicht. Völlig fertig erreichten mein Sohn und ich nach weiteren zweieinhalb Stunden Abstieg das ‘Ben Nevis Inn’, genossen Chips und Highland-Burger bei Spezi und einem kühlen Guinness und fühlten uns trotz des nicht ganz erreichten Gipfels zu Recht als Gewinner des Tages.

13.07.2010 – Der erste Tag in Schottland

Frühstück um 07:30 einmal Continental, einmal Cooked Scottish. Wirklich prima. Beim Frühstück noch mit ein paar Schweizern unsere weitere Route besprochen. Danach die Abfahrt in Richtung Fort William: mit vielen Unterbrechungen. Das Loch Lomond ist wirklich riesig. Ein paar Mal stoppte ich an seinen Ufern. Das Wasser ist herrlich klar und schmeckt frisch und lecker. Im weiteren von ein paar Düsenjägern aufgeschreckt, ging es über den Western Highland Way zum Glencoe Ski-Center. Ein Lift bringt einen in ca. 15 Minuten auf 650m. Dort oben kann man dann noch ein wenig höher wandern und sich eine wundervolle Aussicht anschauen.

20100713_02-300x225Von Glencoe ist es dann nicht mehr so weit bis Fort William. Die per google-Maps geplante Route musste leider von einer Baustelle umfahren werden. Aber auch hier erwies die google-Streetview Anfahrtsimulation als prima Vorbereitung (inkl. der Einbahnstraßen, einfach irre, so eine Art von Cyber-Urlaubsplanung).

 

20100713_011-300x225Fort William selbst ist sehr touristisch ausgelegt. Hier bekommt man alles, was ein guter Schottland-Tourist als Souvenier benötigt. Am zweiten Abend in Schottland dann das erste Guinnes, bekleitet von einen ‘Ben Nevis’ (an dessen Fusse Fort William ja liegt) Single Malt.

12.07.2010 – Die Anreise

Mit easyjet und nur 30 Minuten Verspätung nach Glasgow. Die Schönefelder Flughafenfeuerwehr kühlt den Asphalt mit Feuerlöschfahrzeugen, so heiß war es in Berlin. Die Crew war freundlich und hat sogar zu einem Geburtstagsständchen animiert. Über Schottland dann: Regen, bei knapp unter 20 Grad. Der Pilot hat eine Gewitterfront umflogen.
Glasgow überraschte positiv. Nach der Einreisekontrolle lagen die Koffer schon auf dem Gepäckband, dann zur Autovermietung, wo schon eine Mappe mit meinem Namen bereit lag.
Wegen der angekündigten Gewitterfront vor Glasgow traute ich mich im Flieger nicht, meinen Magen zu füllen, was ich nun mit den heiß ersehnten Fisch&Chips (mit Salt und Vinegar natürlich) nachholte.
Der Mietwagen stand auf dem angegebenen Parkplatz und die Skizze zum Verlassen des Carparks führte mich direkt zu meiner mit google-maps vorbereiteten Route (leider waren die Navis vergriffen).
Da ich vor Jahren schon einmal in den Genuss von Linksverkehr kam, dauerte die Fahrt tatsächlich auch nur die angegebene Zeit. Einen Teil der Strecke hatte ich zusätzlich via Google-Streetview simuliert, die Wiederkennungsefekte waren verblüffend.
Das Youth-Hostel Loch Lomond ist in einem alten Herrschaftssitz untergebracht. Wir wahren völlig überwältigt. Unser Zimmer enthielt 4 Doppelstockbetten. Später am Abend kamen noch ein paar Jugendliche hinzu, die vom Norden Schottlands in 14 Tagen in den Süden Englands radeln. Ein paar Mädchen aus Fulda haben wir auch getroffen.

Loch Lomond Youth Hostel

Loch Lomond Youth Hostel

WLAN

Heute ist schon der 21.07.2010 und in zwei Tagen steht die Heimreise an. Ich habe einmal mehr gelernt, das man nicht von sich auf andere schließen und z.B. überall WLAN erwarten sollte. Dies ist nun die erste Gelegenheit das BLOG weiter zu schreiben.

Techn. Vorbereitungen: Update, Infos

Hohe Roaming-Kosten und geringe UMTS-Verfügbarkeit haben mich zu dem Entschluss gebracht auf UMTS zur Aktualisierung des BLOGS zu verzichten und auf LAN und WLAN zurückzugreifen sofern verfügbar. “Sofern verfügbar” heisst aber auch, das es u.U. keine regelmäßigen Updates geben wird. Ich habe daher ein kleines Skript programmiert, was eine Update-Info-Mail verschickt. Dieses Skript muss ich allerdings auch testen. Wer keine Infos haben mag, kann auf die Mail antworten und bleibt verschont . . .