31.07.2013 Der letzte Tag auf der Insel

Nachdem wir am letzten Samstag (27.07.2013) wieder zurück ins Galson Farm Hostel gezogen sind, gab es keine aufregenden Ausflüge mehr.
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Hin und wieder einen Abstecher in den Eoropie Tearoom,
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zum Butt of Lewis oder einfach nur an den Strand. So konnten wir die Betreiber des Hostels Hazel und  David ein wenig kennenlernen und uns einfach nur an der Ruhe und Weite laben (von den Midges mal ganz abgesehen).
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Den gestrigen Abend genossen wir auf meiner “Bench outside the gate“ einen tollen Sonnenuntergang und David spendierte einen tollen Single Malt.
Heute morgen traten wir nun die Heimreise an. Zum Abschied noch einmal bei Julie vom Tearoom Tea und ihren herrlichen Homemade Cake genossen und natürlich die Seehunde am Butt verabschiedet.
Wir sind ins “Heb Hostel“ nach Stornoway umgezogen, da wir morgen früh vor 06:00 mit Auto am Checkin für die Fähre Stornoway-Ullapool sein müssen, haben hier noch ein paar Souvenirs besorgt und einen entspannten Nachmittag im Hafen verbracht.
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Zum Abend dann noch kurz im Pub ein letztes Guinness auf der Insel mit einem schön torfigen 12 jährigen Highland Park (Single Malt Whiskey)…
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26.07.2013 Auf den Spuren der ersten Siedler

Lange ausgeschlafen und lange gefrühstückt sind wir heute spät losgefahren. Der gestrige Tag sitzt noch in den Knochen. Dafür sollte es heute auch gar nicht so weit weg gehen.
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Als erstes sind wir zu den ”Calandish Standing Stones“ gefahren. Wieder einmal große Steine, die in diesem Fall vor rund 5000 Jahren aufgestellt wurden. Diese enthalten zwar auch Kreisformen sind in der Hauptsache aber sternförmig aufgestellt.
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Weiter zum ”Dun Chàrlabhaigh“, dem Rest einer “nur“ rund 2000 Jahre alten Behausung. Interessanter Weise war diese mehrere “Ebenen“ hoch.
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Jetzt sitzen wir im Tearoom des Blackhouse Villages Na Geàrrannan. Einige der Strohgedeckten Steinhäuser können als Ferienhaus gemietet werden, andere wurden als Museum hergerichtet. Die Blackhouses waren noch bis in die 1970er Jahre bewohnt.
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Draußen zog erst dichter Nebel, dann ein Gewitter auf. Wir haben gerade noch unseren Tea bekommen, bevor der Strom ausfiel.

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Blick über das Dorf

Die Stromversorgung auf Harris & Lewis ist über Land überirdisch ausgeführt. Was wohl hin und wieder zu Stromausfällen führt. Auch in unserem im B&B gibt es eine mit entsprechendem Hinweis beschriftete Taschenlampe.

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Blick über die See

25.07.2013 A M A Z I N G Sulisgeir / North Rona

Nachdem in Ilfracombe auf Grund des schlechten Wetters keine Bootstour möglich war, suchte ich schon vor Wochen nach Anbietern solcher Ausflüge hier auf Lewis. Ich war höchst erfreut, als ich Seatrek fand und diese sogar einen Trip nach North Rona, der Insel meiner Träume, anboten. Leider fanden sich für diesen Trip nicht genügend Teilnehmer und er wurde abgesagt. Um dennoch wenigstens raus aufs Meer zu kommen, buchte ich den Trip nach Sulisgeir “The Rock“. Ein Vogelfelsen 40 Meilen (70 km) vor der Küste.
Nach einer dreiviertel Stunde abenteuerlicher Anfahrt mit dem Auto zum Hafen, bei dem wir immer wieder Schafen ausweichen mussten die es sich auf der Straße bequem machten, oder den “Single Lanes“, einspurigen Straßen mit “Passing Places“ auf denen die Einheimischen einem aber mit 60 Mph (100 Kmh) entgegengebrettert kommen, liefen wir um 07:30 pünktlich in Richtung Sulisgeir aus.
Der Weg aufs offene Meer dauert eine gute Stunde und führt zunächst durch einen malerischen Fjord und vorbei an kleinen Inseln.
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Wir hatten klares, ruhiges Wetter und die Küste verschwand erst nach fast zwei Stunden (20 Meilen) aus unseren Blickfeld.
Nun waren wir auf der offenen See, dem Atlantik. Trotz des tollen Wetters hat dieser einen ordentlichen Wellengang da draußen, doch das Schiff pflügte kraftvoll hindurch.
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Während der vierstündigen Fahrt gab es eine Menge zu sehen. Immer wieder begleiteten uns Möven nur eine armlänge vom Schiff entfernt, Papageientaucher die fernab jeder Küste fischten, Finnwale die in einiger Entfernung ihre Bahnen zogen und last but not least drei Delphine, die uns einige Meter begleitetet.
Sulisgeir war etwa eine Stunde vor unserer Ankunft zu sehen. Zunächst ein dunstiger Fleck am Horizont wuchs die Insel zu einem mächtigen grauen Felsen inmitten der tosenden See heran.
Sulisgeir ist in keinster Weise auf Besuch ausgerichtet. Die Landung erfolgte im Schlauchboot. Der Ausstieg aus dem auf den Wellen tanzenden Boot auf den glatten Felsen ließ jedes touristische Vergnügen vergessen. Kletternd und in den Fels gekrallt folgten wir dem Seemann immer höher hinauf, wo es dann weniger Steil wurde. Auf einem Plateau befindet sich eine alte Steinhütte inmitten von Vögeln sowie ein Leuchtturm. Um eine herum schwirrten die unterschiedlichsten Seevögel von denen ich nur Möven und Puffins (Papageientaucher) erkannte.
Entgegen der Planung mussten wir uns schon nach knapp einer Stunde auf den Rückweg machen.
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Auf dem Schiff lagen schon bei der Abfahrt Kopien mit Infos zu Rona. Nun wieder an Bord unterhielten sich zwei der anderen Teilnehmer darüber und so fragte ich, ob es dort hin ginge, was mir bestätigt wurde.
Sulisgeir und North Rona liegen nur knapp eine halbe Stunde mit diesem Schiff voneinander entfernt. Da mittlerweile der Wind auffrischte und der Dunst über der See zunahm, zeigte sich Rona nur langsam.
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Zum ersten Mal habe ich von (North) Rona in einem Buch von Simon Beckett gelesen. Auch wenn schnell klar war, das die Insel in der Erzählung nichts mit der echten Insel zu tun hat, fasziniert mich das echte North Rona. Das es dort draußen mal eine Siedlung gegeben hat, das Leben dort draußen, das raue Klima. Heute ist die Insel unbewohnt. Lediglich Schafe werden dort hin gebracht, da Rona beinahe eine einzige große Wiese ist.
An der Küste Ronas erwarteten uns Robben und an den Klippen wiederum Vogelkolonien. An Land zu kommen war deutlich einfacher als auf Sulisgeir, da Rona einige Buchten hat.
Der Aufstieg zu einem der höchsten Punkte er Insel war eher eine, wenn auch steil aufsteigende, Wanderung. Auf dem Gipfel angelangt wurde dann erst einmal gemütlich mit Wasser und Haferkeksen gepicknickt.
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Zur verabredeten Zeit sammelten wir uns dann wieder an der Küste, um zum Schiff zurück gebracht zu werden. Müde und zufrieden überstanden wir die vierstündige, deutlich rauere Rückfahrt.

22.07.2013 Montag

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Heute ist mal wieder einkaufen angesagt. Die Canadier sind vorgestern schon abgereist, die Mexikanerin haben wir heute mit nach Stornoway genommen, womit wir das Zimmer wahrscheinlich für uns alleine haben.
Free WiFi haben wir in einem Fish&Chips gefunden.

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Später wollen wir mal in Mavaig nach dem Hafen schauen, damit wir am kommenden Donnerstag nicht das Boot für unseren Insel-Ausflug verpassen. Und obwohl es langsam kühler wird, zum Nachmittag nochmal an den Strand in Eoropie.

21.07.2013 Der erste Sonntag

Der inneren Uhr folgend wachte ich schon gegen 07:00 auf. Unsere Mit Mitbewohner schliefen noch. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Port Nies, einer kleinen Siedlung mit einem alten, ebenso kleinen Hafen, in dem lediglich ein Paar Schlauchboote festgemacht waren. Auf unseren weiteren Weg Richtung Butt of Lewis machte uns ein Wegweiser auf eine mittelalterliche Siedlung aufmerksam. Ein wunderbarer Spaziergang flankiert von Schafweiden führte über eine abenteuerliche Brücke auf einen vorgelagerten Felsen, auf dem es um 1500 eine Siedlung gegeben hat. Hoch über dem Meer schaut man in die Ferne und sieht um sich herum nichts als Wasser und hört lediglich das kreischen der Möven.
Parkt man in Eoropie sein Auto, ist es noch ein netter Fußweg zum Butt of Lewis. Doch im Gegensatz zu den Autofahrern kann man eine ganze Menge mehr entdecken.
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Der Butt of Lewis, der nördlichste Leuchtturm von Lewis war eines meiner sehnsüchtigen Ziele, trohnt er doch über Steilklippen und normalerweise tosender See. Ich kann ja nun auch nichts dafür, das hier ausgerechnet jetzt eine Hitzewelle mit dementsprechender Flaute herrscht und wir literweise Sonnencreme verbrauchen.

Eoropie

Nach dem Frühstück ging es nun endlich nach Eoropie, was ich von der Webcam des Tearooms schon so lange kenne. Allerdings nicht bei Temperaturen um die 30 Grad. So verbrachten wir einen tollen Vormittag am Sandstrand und ließen es uns nicht nehmen uns in die eiskalten Fluten zu stürzen.
Nach einem kurzen Tea mit leckerem Fruitcake noch einmal zurück nach Stornoway zum Einkaufen für den Sonntag, da hier Sonntags nichts geöffnet haben soll. Auf dem Rückweg noch ein Zimmer für den 24.07.-26.07. reserviert, da das Hostel für diese Tage schon voll ausgebucht war.

Der erste Tag

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Aufstehen um 07:00, einen Happen frühstücken, Checkin zur Fähre. Dann warten. Erst eineinhalb Stunden später ging es los. Auf der  Fähre dann erst einmal ein Scottisch Breakfast und die Nase in den Wind halten. Bis kurz vor Stornoway auf der Insel Lewis war es bewölkt und diesig aber sehr ruhig. Dann wurde das Wetter zunehmend sonniger.
In Stornoway dann erst einmal einkaufen. Wie gut, das der riesige, weiße Tesco schon von der Fähre  aus zu sehen war.
Danach machten wir uns auf den Weg zur Galson Farm, die neben einem Guesthouse noch ein kleines Hostel betreibt. Wir teilten uns das Zimmer mit zwei Canadiern auf Schottland-Rundreise und einer Mexikanerin, die zum Gaelic-Festival auf die Insel gekommen ist.
Nach dem Einchecken hielt mich nichts mehr davon ab mich auf den kurzen Weg zum Strand zu machen und die Zehen in die eiskalten Nordatlantik-Wellen zu halten.

Die Anreise

Per easyjet von Berlin nach Glasgow. Dort am Flughafen den Mietwagen übernommen. Diesmal wirklich ein Kleinwagen, dafür aber auch sparsam.
Von Glasgow dann in einem Rutsch durch nach Ullapool, in das dortige Youthhostel. In der Stadt spielte die Junior Pipes Band “Scottland the Brave“. Wie um uns zu empfangen.
Das Youthhostel liegt direkt am Hafen, was allerdings auch bedeutet, das man den LKW-Verkehr der Nachtfähre direkt mitbekommt.

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Wer sind Harris und Lewis?

Schon seit der Planung der Schottland-Reise im Jahre 2010 gibt es die Vorstellung einmal auch die Äußeren Hebriden zu besuchen. Wenn man sich so lange mit einem Thema beschäftigt, kann man schnell vergessen, das es seinen Mitmenschen völlig unbekannt ist. Heute hat mich ein netter Kollege durch die simple Frage, wo denn diese Inseln liegen, daran erinnert.
Die Äußeren Hebriden sind eine Inselgruppe im Atlantik und liegen ca. 60 km westlich von Schottland. Die größte Insel heißt Harris und Lewis. Trotz des irreführenden Namens handelt es sich tatsächlich nur um eine Insel, wobei der nördliche, größere Teil Lewis und der südliche, kleinere Teil Harris genannt wird.Map Harris and Lewis